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27 Mrz

Historische Altstadt Görlitz – Historischer Rückblick

Die Entwicklung der Historischen Altstadt in Görlitz

Die ersten urkundlichen Belege und Erwähnungen von Görlitz lassen sich bis in das Jahr 1071 zurückverfolgen. Als „villa gorelic“ fand die kleine Stadt in den Urkunden von Heinrich IV zum ersten Mal Erwähnung. Dabei reichen die Spuren der Besiedlung bis in die Bronzezeit zurück. Wechselnde Herrschaftsgebiete von Brandenburg, Preußen und Sachsen bis nach Böhmen zeichnen die spannende Geschichte, die noch heute eine überaus abwechslungsreiche und beeindruckende Altstadt offenbart.

Altstadt Görlitz - 70 Meter zu Pension "Zum Flyns"

Altstadt Görlitz – 70 Meter zu Pension „Zum Flyns“

 

 

Das sagenumwobene Erbe der Görlitzer Altstadt

Im Grunde genommen hat Görlitz seine florierende Entwicklung vor allen Dingen seiner Lage zu verdanken. Gleich zwei Handelswege führten direkt durch den Ort und machten Görlitz im 12. Jahrhundert zu einer Fernhandelssiedlung. Heute beeindruckt Görlitz mit einer Altstadt voller spätgotischer und barocker sowie Renaissance Bauten. Kein Wunder, dass dieses historische Zentrum einer der Hauptanziehungspunkte für alle Besucher und Urlauber ist. Hier konzentrieren sich die meisten denkmalsgeschützten Gebäude, die Hunderte verwunschener Sagen zu erzählen haben.

Die heutige Altstadt, wie wir sie kennen, führt uns ins 13. Jahrhundert. Gemeinsam mit dem damaligen Rathaus als Sitz der Verwaltung entstand auch die Befestigungsanlage, die sich aus mehr als 20 Wachtürmen zusammensetzt. Die so leider nicht mehr erhalten sind. Hinzu kamen die Stadtmauer und der Zwinger. Gemeinsam aus dem Untermarkt und dem Obermarkt setzen sich die wichtigsten Handelsplätze zusammen. Der heutige Kaisertrutz folgte schlussendlich im 15. Jahrhundert und wurde direkt mit der Befestigungsanlage kombiniert.

Untermarkt Pension "Zum Flyns" Altstadt Görlitz

Untermarkt Görlitz 20 Meter zu Pension „Zum Flyns“ Altstadt Görlitz

 

Görlitz als florierende Handelsstadt und reichem Erbe

Im Mittelalter hatte sich Görlitz zahlreichen Bränden zu erwehren, die gerade dem Fundament und den Bauten stark zusetzten. Tatsächlich sind damals viele Gebäude und Bauwerke verloren gegangen, die man bis heute auch nicht mehr rekonstruieren konnte. Dennoch machte man sich die Mühe zum Beispiel die Peterskirche wieder vollständig zu rekonstruieren. Im Grunde genommen war Görlitz von Anfang an eine wohlhabende und florierende Handelsstadt. Die damaligen wichtigen Handelsstraßen hießen Neiße Talrand Straße und Via Regia. Auch an diesen Straßen konzentrieren sich heute noch die wichtigsten Bauten aus der Gotik, der Renaissance und dem Barock.

 

Gerade im Verlauf des Zweiten Weltkriegs mussten viele deutsche Städte und Metropolen unwiederbringliche Verwüstungen erfahren. Glücklicherweise blieb Görlitz dieses Schicksal erspart, was wohl ein Grund sein mag, warum die Altstadt noch in einer beeindruckenden Qualität seit vielen Jahren besteht. Zum damaligen Zeitpunkt trug Görlitz den geheimen Decknamen Nautilus.

Auf der gegnerischen Seite hatte man dieses Städtchen als brennbar, aber wirtschaftlich weniger bedeutend eingestuft. Das schien die damalige Rettung gewesen zu sein. Infolgedessen überflog man 1944 die Stadt, um Luftfotos zu machen und Ausschau zu halten, wo sich die besonders brennbaren Abschnitte der Stadt befinden. Bis zum heutigen Tage gibt es dennoch keinen konkreten Beleg, warum Görlitz im Endeffekt dann nicht bombardiert wurde.

 

Evakuierung, Flüchtlingsströme und unzählige Opfer

Enorme Flüchtlingsströme zogen 1945 aus Schlesien durch Görlitz. Man errichtete Privatquartiere und Notquartiere. Bis dann am 8. Februar ein Befehl eingeht, die Stadt zu räumen. Zum damaligen Zeitpunkt blieben gerade einmal 30.000 Einwohner von ehemals 100.000 in der Stadt zurück. Am 30. März erklärte die Streitkraft Görlitz wiederum zur Festung. Die Angst fesselte die Einwohner bis zum letzten Kriegstag. Dennoch blieb die Stadt bis zum Zeitpunkt der Kapitulation in der Hand der Wehrmacht. Weder die Türme noch das Rathaus wurden gesprengt. Einzig und allein die Wehrmachtseinheiten und die Neißebrücken vielen Sprengungen zum Opfer.

 

Fatale Pläne mit der Görlitzer Altstadt in der DDR

Wobei der weitere Aufbau in den Zeiten des Sozialismus wieder verworfen wurden. Tatsächlich hatte man damals sogar vor, die Altstadt vollständig zu entfernen. 1989 wurden die ersten Bohrlöcher installiert, mithilfe derer man die Altstadt dem Erdboden gleichmachen wollte. Wir können uns heute glücklich schätzen, dass diese Pläne dank des Fortgangs der deutschen Geschichte wieder verworfen worden. Doch sind zum jetzigen Zeitpunkt immer noch die kleinen Bohrlöcher in den Fassaden der Häuser zu sehen.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt sollten Sie ganz genau die Mauern der Häuser beobachten, sie erzählen Ihnen eine spannende Geschichte. Mit der Wende kamen auch viele Investoren nach Görlitz, die wiederum das reiche Erbe der Stadt erkannten und förderten. Zudem sind der sorgsame Aufbau und die gezielte Restauration auch dem damaligen Oberbürgermeister Achim Exner aus Wiesbaden zu verdanken, der sich voll und ganz der Förderung der Kulturgütern der historischen Bauten widmete. Das hat ihm heute den Titel zum Ehrenbürger von Görlitz eingebracht.

 

Wiedervereinigung und Rekonstruktion der Altstadt

Mit der Wiedervereinigung zur Bundesrepublik Deutschland setzten unwiderruflich erste Sanierungsarbeiten in der Innenstadt und in der Altstadt ein. Auf diese Weise ist in den letzten Jahren Görlitz wieder zu einem kulturellen Zentrum und zu einem wahren Urlaubsmagneten geworden. In diesem Zusammenhang ist von der so genannten Altstadt Million die Rede, dies nimmt Bezug auf die Gelder, die angeblich auf das Konto der Stadt geflossen sind, um die Wiederherstellungsarbeiten in Gang zu setzen.

 

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz Professor Gottfried Kiesow schwärmt von Görlitz und bezeichnet sie heute als eine der schönsten Städte von Deutschland. Da war es wohl keine Frage, dass man die Altbauten und die hübschen Barockbauten aufwändig und detailgetreu sanierte. Auf diese Weise hat die Altstadt bis zum heutigen Zeitpunkt nichts von ihrem Glanz verloren.

1993 gab es auch für das Gymnasium, das sich am Klosterplatz befindet, den alt ehrwürdigen Namen: Gymnasium Augustum. Anlässlich des großen Tags der Sachsen, der gemeinsam mit über 270.000 Besuchern gefeiert wurde, huldigte man dem reichen Erbe dieser beeindruckenden Stadt.

1998 war es dann so weit und die beiden Stadträte von Görlitz und der Nachbarstadt Zgorzelec schlossen sich zur Europastadt zusammen. Das symbolische Zeichen für die Wiedervereinigung zu einer Stadt ist die Altstadtbrücke.

 

Historische Sagenwelt in Görlitz

Die Sage vom dreibeinigen Hund

Angeblich soll jedes Jahr direkt in der Weihnachtsnacht ein dreibeiniger Hund durch die Altstadt hinterm Zwinger entlanglaufen. Niemand darf den Hund auf seinem Wege stören, andernfalls würde ihm Schreckliches widerfahren.

 

Die Sage vom Klötzelmönch

Das ist eine sehr traurige Sage, die von einem Mädchen erzählt, das von einem Mönch einst ermordet wurde. Man erzählt von einem tatsächlichen Verbrechen, das sich so in Görlitz in der Altstadt zugetragen haben soll. Aus Angst, das seine Tat eines Tages entdeckt wird, hat der Mönch nach der Schändung das Mädchen getötet und ihre Leiche auf die Grabplatte der Kirche gelegt. Mit Glück und Zufall durch die Beobachtung eines Wanderschaftsburschen konnte der Fall damals aufgeklärt werden.

Bis 1945 gab es in der Altstadt die Löwenapotheke. Sie brannte erst mit Ende des Krieges nieder. An der Apotheke befanden sich zwei Steinplastiken. Die eine Plastik zeigte wiederum die Mutter, die traurig und verstohlen in Richtung Kirche blickt und die andere wiederum einen hässlichen Mann, das vermutlich den Mönch verkörperte.

 

Blutiges Wasser in Görlitz

Man erzählt sich, dass in der Nähe vom Kaisertrutz und im Bereich der Häuser, sich ein sumpfiges Gebiet befand. Hier sollen sich auch mehrere Gräber befunden haben. Es war am 26. November 1630, als man direkt am Graben gelegen vor dem Reichenbacher Tor rote Flecken entdeckte. Weitere rote Flecken sollten wohl auch 1631 am Wassergraben als Blutquelle aufgetaucht sein. Dabei ordnete man dem Blut Schnee eine abergläubische Bedeutung zu. Er galt als ein Vorbote für schreckliche Schicksale.

 

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Die zahlreichen Märchen, Überlieferungen und Sagen, die vielen erstklassig erhaltenen Bauten aus unterschiedlichen Epochen unserer Zeitgeschichte und eine märchenhafte Atmosphäre ziehen jedes Jahr Tausende Urlauber und Besucher an, die dem Zauber der Altstadt von Görlitz erlegen sind.

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